Liebe Schwestern und Brüder,
wir haben das Pfingstfest gefeiert und damit ist die OsterGnadenZeit vorbei. Wir sind wieder in der Zeit „Im Jahreskreis“, und das Herz Jesu, dem klassisch der Monat Juni geweiht ist, lenkt unsere Aufmerksamkeit auf das Herz Jesu und damit auch auf unser eigenes Herz. Und da fällt mir gerade das ein, was ich bei einem Vortrag von Johannes Hartl, dem Leiter des Augsburger Gebetshauses über das Herz von Männern und Frauen gehört habe (“Die Kunst, eine Frau zu lieben“).
(Wenn ich im Folgenden über „die Frau“ und „den Mann“ spreche, bin ich mir sehr bewusst, dass es Stereotype sind, aber vielleicht lassen Sie sich einmal darauf ein und versuchen, etwas für sich mitzunehmen…)
Ist uns bewusst, dass die Herzen von Männern und Frauen ganz verschieden sind? Dass Frauen viel intuitiver und sensibler mit dem Herzen fühlen können als die meisten Männer? Dass wir Männer also in diesem Bereich von den Frauen lernen können? (Auch wenn uns das schwerfällt, denn meist tut man das ja gerne, was man gut beherrscht…) Für Ehemänner gilt dies besonders, aber für alle anderen Männer auch.
Und dass es manchmal eine Versuchung für die Frauen darstellt, die Männer dafür zu verachten, dass sie emotional nicht so schnell sind? „Die Männer sind doch alle emotionale Analphabeten“ oder mit anderen Worten. Dabei sind doch Männer und Frauen füreinander da, um einander Stütze zu sein, wo der andere eine Schwäche hat. Und Männer können besser von ihren Emotionen und Gefühlen abstrahieren. Um aufzubauen, Halt und Stütze zu sein. Und wenn es einer Frau schlecht geht und sie sich mies fühlt, sucht sie meist nicht zuerst nach einem Tipp, was sie ändern soll, sondern nach einem aufmerksamen Herzen, das ihr zuhört, ihr Aufmerksamkeit schenkt und einen Raum schafft, wo sie sich aussprechen kann. Dann löst sie meist die Probleme von allein. Also zuhören und so die Frau zu ehren. „Zu ehren??“ Ja, um eine „Frau zu ehren,“ denn eine Frau birgt tausend Geheimnisse in sich, die ein Mann niemals verstehen wird. Und so soll er (s)eine Frau ehren als Königin, als Lady, denn sie birgt Schätze in ihrem Inneren, die das Leben schöner, reicher, bunter und liebenswerter machen als nur eine rein funktional gesteuerte (Männer-)Welt es wäre. Natürlich gilt das auch für die Frauen, ihren Mann zu ehren für das, was er alles für die Familie tut!
Indem wir einander so in unserer Verschiedenheit wertschätzen und ehren, öffnen wir auch einen Schutzraum, in dem der/die Andere immer mehr aufblühen kann, die eigenen Gaben und Talente immer mehr entwickelt und einsetzt. So entsteht eine Harmonie, die unser gemeinsames Leben schöner macht.
Ich weiß, ein langer Weg – aber er lohnt sich. Wer geht mit?
Ich will ihn gehen.
Oder es zumindest versuchen…